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Nicht nur Unternehmen, auch Privatpersonen machen Geschäfte,
deren Misslingen einen sehr viel Geld kosten kann.
Thüringer Allgemeine, 11. Juni 2003
Wenn der Mieter "klamm" ist oder dem Dachdecker nach halber Arbeit
die Luft ausgeht, kann es teuer für den Vermieter beziehungsweise
Auftraggeber werden. Daher empfiehlt sich, über die Bonität der
Vertragspartner Bescheid zu wissen.
Die notwendigen Firmeninformationen werden von den Wirtschaftsauskunfteien
geliefert. Diese sammeln und speichern Informationen von Millionen
Unternehmen und Privatpersonen.
Quellen sind die öffentlich zugänglichen Handels- und Schuldenregister,
der Bundesanzeiger, aber auch Presse- und Internetveröffentlichungen.
Einige Anbieter holen zusätzlich per Telefon oder Hausbesuch eine
Selbstauskunft von Unternehmen ein. Namhafte Adressen sind Bürgel,
Creditreform, Dun & Bradstreet - einst Schimmelpfennig - und die
DWA Wirtschaftsauskunft.
Der Blick in die finanzielle Intimsphäre ist einfach. Via Internet
und Passwort gelangt man in das jeweilige Archiv. Firmeninformationen
können in verschiedenen Umfängen abgerufen werden. Wer wissen will,
ob jemand pünktlich und zuverlässig zahlt, ist mit einer Kurzauskunft
bedient. Eine Vollauskunft gestattet dagegen den Einblick in eine
Fülle von Einzeldaten wie Beteiligungsverhältnisse, Bilanzen oder
wirtschaftliches Umfeld. Dazwischen gibt es, je nach Informationsbedarf,
abgestufte Varianten. Über Privatpersonen wird in der Regel das
so genannte "Zahlungsverhalten" abgefragt. Liegen Negativmerkmale
vor, beispielsweise Inkassoverfahren oder gar eine Haftanordnung?
Alternativ kann die Auskunft per Telefon eingeholt werden.
Darüber hinaus stehen Daten über Beruf, Familienstand, Bankverbindung
oder Finanzlage von Privatpersonen zur Verfügung, die jedoch im
Gegensatz zu Firmenauskünften nach geltender Rechtslage nur in schriftlicher
Form übermittelt werden dürfen. Der Internet-Service steht bei allen
führenden Anbietern an sieben Wochentagen rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Auskunfteien lassen sich ihre Dienstleistungen gut honorieren.
Die Gebühren für eine Privatauskunft betragen bis zu 33 Euro, umfassende
Firmenauskünfte bis zu knapp 70 Euro. Bisher arbeiten vorwiegend
mittlere und größere Unternehmen mit Auskunfteien zusammen. Privatpersonen,
kleinere Firmen, Handwerksbetriebe oder Freiberufler sind eher seltene
Kunden, denn das Ganze hat auch einen Haken. Obligatorisch für die
Nutzung des Angebots ist eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen
Auskunftei mit Beiträgen ab 250 Euro. Freibeträge für Abrufleistungen
sind hier schon abgezogen. Die wird von vielen als zu teuer empfunden.
Private Vermieter oder Bauherren bzw. Renovierer benötigen eine
Auskunft schließlich nur im Einzelfall. Speziell diesem Interessentenkreis
bietet die DWA Wirtschaftsauskunft (DWA), Krefeld, neuerdings einen
Bonitäts-Check ohne Mitgliedschaft.
Anstelle eines Jahresbeitrages werden die Firmeninformationen ausschließlich
nach Anzahl der Abrufe berechnet. Das Unternehmen stellt seine Leistungen
ausschließlich online zur Verfügung. Vorraussetzung ist ein PC-
oder Macintosh- Rechner mit Internet-Zugang. Die Freischaltung erfolgt
unmittelbar nach der Anmeldung auf der DWA-Homepage und der Einsendung
des Nutzungsvertrages.
Was geschieht, wenn eine Auskunft falsch oder unvollständig ist?
Die Anbieter haften nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ihrer
Mitarbeiter - also praktisch ganz selten. Aber auch im Fall eines
Falles steht der Kunde nicht allein. Die Auskunfteien bieten als
zusätzliche Dienstleistung auch das Forderungsmanagement.
www.dwa-wirtschaftsauskunft.de
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