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Impulse, Ausgabe 09, Seite 112 - Manfred Godek
Über 200 Mietobjekte, schlechte Konjunktur - und trotzdem kein
Zahlungsausfall in den letzten vier Jahren. Jochen Göttfert, 32,
Inhaber von Hausdienstleistungen Göttfert in Lauf an der Pegnitz,
geht auf Nummer sicher. Vor jedem Vertragsabschluss macht er bei
der DWA Wirtschaftsauskunft im Internet einen Online-Check. Dann
weiß er binnen weniger Sekunden, mit wem er es zu tun hat, ob die
Personendaten stimmen oder ob es schon einmal Probleme beim fristgerechten
Bezahlen gab. Das kostet ihn pro Abfrage gerade mal 27 Euro plus
Mehrwertsteuer. "Eine gute Investition, denn schon der Ausfall
von wenigen Mieten kann eine Finanzierung ins Wanken bringen",
so Göttfert, der Wohnungen und Ladenlokale vor allem im Auftrag
von Kapitalanlegern vermietet, die sich nicht selbst um ihre Objekte
kümmern wollen.
Teurer Jahresvertrag
Der Einzelunternehmer weiß die DWA aber vor allem zu schätzen,
weil er bei ihr keinen teuren Jahresvertrag abschließen muss wie
bei den großen Finanzdienstleistern Bürgel oder Creditreform. Vielmehr verlangen die neuen
Internet-Informationsdienste nur dann Gebühren, wenn Firmenchefs
die Bonitätsauskünfte tatsächlich abfragen. "Gerade für junge
Unternehmen oder Firmen, die nur sporadisch neue Kunden prüfen,
lohnt das Modell", sagt Jens Hüper, Geschäftsführer IHK Düsseldorf
(siehe 'Auskunfteien im Vergleich'). Bei den traditionellen Anbietern
gibt es die teils lebenswichtigen Informationen prinzipiell erst,
wenn die Unternehmer einen Mitgliedsvertrag abschließen. Laufzeit
mindestens ein Jahr, automatische Verlängerung bei nicht rechtzeitiger
Kündigung und mit zum Teil recht üppigen Beiträgen. Bei den Vereinen
der Creditreform sind 500 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr durchaus
üblich. Dafür bieten sie dem Kunde dann Zugang zu weiteren Angeboten
wie Factoring oder Kreditversicherung.
Viele Handwerksmeister, Freiberufler oder Einzelunternehmer sehen
das allerdings anders. Göttfert etwa will in aller Regel nur wissen,
ob ein neuer Geschäftspartner womöglich klamm ist. Und genau diese
Auskunft liefern ihm die Internet-Dienste. Eine Basisabfrage umfasst
bei allen: Name, Adresse, Geburtsdatum, negative Zahlungsmerkmale
und Risikoklasse. Und für Leistungen, die er nicht in Anspruch nimmt,
will er auch nicht zur Kasse gebeten werden.
Dafür ist er bereit, für die einzelne Abfrage einen etwas höheren
Preis zu zahlen. Wie auch Jörg Schneider. Der Gartenbaumeister aus
Monheim braucht nur von Fall zu Fall Informationen über seine Kunden.
"80 Prozent sind Stammkundschaft, bei der es nicht im Portemonnaie
brennt", so Schneider. Die zuständige Creditreform Solingen
beantwortet Bonitätsanfragen zwar schon für 18 Euro; zuvor sind
aber 600 Euro an Jahresbeitrag fällig. Für Schneider eine einfache
Rechnung: Mit seinen wenigen Anfragen würde er bei einem Jahresvertrag
draufzahlen.
Jetzt holt er sich Einzelauskünfte per Mausklick. Besondere technische
Voraussetzungen für die Online-Auskunft brauchen Unternehmen nicht.
Die neuen Portale wie DWA, Handelsauskunft, Bosch oder Info-Search
setzen lediglich einen PC- oder Macintosh-Rechner mit Internet-Zugang
voraus. Sobald die Unternehmer sich auf der Homepage angemeldet
und den Nutzungsvertrag unterschrieben haben, erhalten sie ein Passwort
und können beginnen. Vorteil: Abfragen sind rund um die Uhr möglich.
Über die Datenqualität der Billigheimer müssen sich die Firmenchefs
indes keine Sorgen machen. Zwar meckern Bürgel & Co über die neue
Konkurrenz. Doch insgeheim verdienen sie daran. Denn die Auskunftei-Newcomer
kaufen ihre Daten fast alle bei Creditreform und Bürgel.
Link zu Impulse: http://www.impulse.de/the/fin/258280.html
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