| Frankfurter
Rundschau, Düsseldorf
Auch private Eigentümer können zu ihrer Sicherheit
Wirtschaftsdatenbanken abfragen. Das geht sogar am Wochenende, also
dann, wenn die meisten Verträge geschlossen werden.
Ein Großteil der privaten Vermietungen erfolgt an Wochenenden.
Aufgrund der schwierigen Marktsituation ist der Vermieter oft froh,
wenn der begeisterte Interessent den unterschriebenen Vertrag gleich
mitnehmen will. Weil die Banken und die Schufa geschlossen haben,
bleibt allerdings keine Zeit für die wichtige Bonitätsprüfung. Zu
leicht lässt sich mancher vom smarten Auftreten seines neuen Mieters
blenden und erlebt ein böses Erwachen, wenn die Zahlungen ausbleiben.
Was viele nicht wissen: Sogar an Feiertagen kann man Erkundigungen
einziehen. Dafür stehen private Auskunfteien zur Verfügung. Entgegen
der weit verbreiteten Auffassung, nur Firmen dürften solche Daten
einsehen, haben auch private Vermieter eine Zugangsberechtigung.
Es genügt ein Computer mit Internetanschluss. Abfragen sind an sieben
Wochentagen rund um die Uhr möglich. Nach der Eingabe von Name und
Anschrift liegt binnen weniger Minuten das Ergebnis vor.
Zu den bedeutenden Anbietern zählen Creditreform, Bürgel und die
DWA-Wirtschaftsauskunft. In der obligatorischen Stunde, in der der
Vertrag ausgefertigt wird und sich der Mieter die neue Umgebung
anschaut, ist Zeit genug für eine solche Abfrage.
Über Privatpersonen wird das so genannte "Zahlungsverhalten" ermittelt.
Liegen Negativmerkmale vor, beispielsweise Inkassoverfahren oder
gar eine Haftanordnung? Aber auch über Firmen - etwa den Mieter
eines Ladenlokals - können Informationen eingeholt werden. Wer wissen
will, ob jemand pünktlich und zuverlässig seinen Verpflichtungen
nachkommt, ist mit einer Kurzauskunft bedient. Eine Vollauskunft
gestattet dagegen den Einblick in eine Fülle von Einzeldaten bis
hin zu Beteiligungen und Bilanzen.
Die Kosten betragen bis zu 20 Euro für eine Privat- und rund 80
Euro für eine umfassende Firmenauskunft. Das sind zwar stolze Preise;
gemessen an den Kosten einer Räumungsklage ist das Geld aber gut
investiert. Allerdings gibt es einen anderen Haken: Voraussetzung
für die Nutzung des Angebotes ist eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen
Auskunftei mit Jahresbeiträgen von nicht selten 250 Euro. Speziell
auf diese Problematik geht der Bonitäts-Check der DWA Wirtschaftsauskunft,
Krefeld, ein. Er wird ausschließlich nach Anzahl der Abrufe berechnet.
Man muss sich nur einmalig auf der DWA-Homepage anmelden und den
Nutzungsvertrag einsenden.
Link zu FR Aktuell: http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/wirtschaft/immobilienratgeber/?em_cnt=871796
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