| Badische Zeitung
vom 21.10.2006
Ein Großteil der privaten Vermietungen erfolgt an Wochenenden.
Aufgrund der schwierigen Marktsituation ist der Vermieter oft froh,
wenn der begeisterte Interessent den unterschriebenen Vertrag gleich
mitnehmen will.
Weil die Banken und die Schufa geschlossen haben, bleibt allerdings
keine Zeit für die wichtige Bonitätsprüfung. Zu leicht lässt sich
mancher vom smarten Auftreten seines neuen Mieters blenden und erlebt
ein böses Erwachen, wenn nach einer ersten Miete weitere Zahlungen
ausbleiben.
Was viele nicht wissen: Sogar an Feiertagen kann man Erkundigungen
einziehen. Dafür stehen private Auskunfteien zur Verfügung. Entgegen
der weit verbreiteten Auffassung, nur Firmen dürften solche Daten
einsehen, haben auch private Vermieter eine Zugangsberechtigung.
Es genügt ein PC mit Internetanschluss. Abfragen sind an sieben
Wochentagen rund um die Uhr möglich. Nach der Eingabe von Name und
Anschrift liegt binnen weniger Minuten das Ergebnis vor. Zu den
bedeutenden Anbietern zählen Creditreform, Bürgel und die DWAWirtschaftsauskunft.
In der üblichen Stunde, in der der Vertrag ausgefertigt wird und
sich der Mieter die neue Umgebung anschaut, ist Zeit genug für eine
solche Abfrage.
Über Privatpersonen wird das so genannte Zahlungsverhalten ermittelt.
Liegen Negativmerkmale vor, beispielsweise Inkassoverfahren oder
gar eine Haftanordnung? Aber auch über Firmen – etwa den Mieter
eines Ladenlokals – können Informationen eingeholt werden.
Die Kosten betragen bis zu 20 Euro für eine Privat- und rund 80
Euro für eine umfassende Firmenauskunft. Das sind zwar stolze Preise;
gemessen an den Kosten einer Räumungsklage ist das Geld aber gut
investiert. Allerdings ist eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen
Auskunftei Voraussetzung – mit Jahresbeiträgen von nicht selten
250 Euro. Speziell auf diese Problematik zielt der Bonitäts-Check
der DWA Wirtschaftsauskunft, Krefeld, der ohne eine solche Grundgebühr
ausschließlich nach Anzahl der Abrufe berechnet.
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