| MAINPOST Ausgabe
vom 18.04.2006, n/a
Ein Großteil der privaten Vermietungen erfolgt an Wochenenden.
Aufgrund der schwierigen Marktsituation ist der Vermieter oft froh,
wenn der begeisterte Interessent den unterschriebenen Vertrag gleich
mitnehmen will. Weil die Banken und die Schufa geschlossen haben,
bleibt allerdings keine Zeit für die wichtige Bonitätsprüfung.
Zu leicht lässt sich mancher vom smarten Auftreten seines neuen
Mieters blenden und erlebt ein böses Erwachen, wenn die Zahlungen
ausbleiben.
Was viele nicht wissen: Sogar an Feiertagen kann man Erkundigungen
einziehen. Dafür stehen private Auskunfteien zur Verfügung.
Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, nur Firmen dürften
solche Daten einsehen, haben auch private Vermieter eine Zugangsberechtigung.
Es genügt ein PC mit Internetanschluss. Abfragen sind an sieben
Wochentagen rund um die Uhr möglich. Nach der Eingabe von Name
und Anschrift liegt binnen weniger Minuten das Ergebnis vor.
Zu den bedeutenden Anbietern zählen Creditreform, Bürgel
und die DWA-Wirtschaftsauskunft. In der obligatorischen Stunde,
in der der Vertrag ausgefertigt wird und sich der Mieter die neue
Umgebung anschaut, ist Zeit genug für eine solche Abfrage.
Über Privatpersonen wird das so genannte "Zahlungsverhalten"
ermittelt. Liegen Negativmerkmale vor, beispielsweise Inkassoverfahren
oder gar eine Haftanordnung? Aber auch über Firmen - etwa den
Mieter eines Ladenlokals - können Informationen eingeholt werden.
Wer wissen will, ob jemand pünktlich und zuverlässig seinen
Verpflichtungen nachkommt, ist mit einer Kurzauskunft bedient. Eine
Vollauskunft gestattet dagegen den Einblick in eine Fülle von
Einzeldaten bis hin zu Beteiligungen und Bilanzen. Die Kosten betragen
bis zu 20 Euro für eine Privat- und rund 80 Euro für eine
umfassende Firmenauskunft. Das sind zwar stolze Preise; gemessen
an den Kosten einer Räumungsklage ist das Geld aber gut investiert.
Allerdings gibt es einen anderen Haken: Voraussetzung für
die Nutzung des Angebotes ist eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen
Auskunftei mit Jahresbeiträgen von nicht selten 250 Euro. Speziell
auf diese Problematik geht der Bonitäts-Check der DWA Wirtschaftsauskunft
(Krefeld) ein. Er wird ausschließlich nach Anzahl der Abrufe
berechnet. Man muss sich nur einmalig auf der DWA-Homepage anmelden
und den Nutzungsvertrag einsenden.
Infos: www.dwa-wirtschaftsauskunft.de
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